Artenmonitoring in M-V: Amphibienkartierung in FFH-Gebieten

FFH-Gebiet DE 2334-306 (Kleingewässerlandschaft am Buchholz (nördlich von Schwerin)

Erfassungen im Jahr 2009-2010:
Im Jahr 2009 wurden alle in den Vorjahren aufgetretenen rund 40 Kleingewässer bei zwei Begehungen (09.04. und 01.05.09) erfasst. Zusätzlich wurde noch eine Laubfrosch-Rufererfassung am Abend des 08.05.09 durchgeführt.

Im Jahr 2010 wurde nur eine Erfassung am 17.04.10 durchgeführt, am 02.05. ergänzt durch eine Teilerfassung der Rotbauchunkenrufer.
Die Ergebnisse sind tabellarisch als Anlagen erfasst.
Bei allen Gewässern wurden jeweils Laut- und Sichtkartierungen durchgeführt.
Amphibienlarven als Reproduktionsnachweis wurden nicht gekeschert.

 Zu den Ergebnissen:
A. Kartierungen/Beobachtungen

- 2009 sind in 9 der 40 Gewässer rufende Männchen von Rotbauchunken verhört worden. (Nr. 3, 5, 14, 16, 24, 27, 32 und 34). Damit ist die Anzahl der von Rotbauchunken genutzten Gewässer gegenüber den Vorjahren gesunken.

Insgesamt konnten ca. 40 Rotbauchunken-Rufer erfasst werden. Das sind deutlich weniger als 2008, wo auch nur 2 Begehungen durchgeführt wurden. Das Frühjahr war sehr trocken und vergleichsweise warm, sodass die Unken schon Anfang April zu hören waren.

Der Trend zeigte sich auch in 2010, wo nur in 6 Gewässern Rotbauchunken festgestellt wurden. Allerdings sind in dem jahr nicht alle Gewässer kontrolliert worden.

Die sonstigen äußeren Bedingungen sind gleich in beiden Jahren geblieben, sodass der Rückgang insbesondere in den von Grünland umgebenen Gewässern nicht zu erklären ist.

- Der Eintrag von Nährstoffen und Bioziden hat sich nicht verändert. Die Agrargemeinschaft Lübstorf hat weiter einen Mindestabstand der beackerten Flächen zu den Kleingewässern von 1-3 Metern im Regelfall eingehalten.

Die Umwandlung einer Ackerfläche in Grünland bei Moorbrink hat sich auf den Bestand der Rotbauchunken (und anderen Amphibienarten) bisher nicht positiv ausgewirkt. Im Herbst 2010 wurden nach Neuverpachtung der Flächen seitens des BVVG die Grünlandflächen wieder umgebrochen, da sie sonst endgültig als Grünland zu nutzen wären, was der Eigentümer nicht gestatten würde (Wertminderung). Diese Bestimmungen sind zu hinterfragen und ggf. anzupassen.

- Ein Verlust von Amphibien während der Hauptwanderungszeit im zeitigen Frühjahr durch die Befahrung der Straße Hansholz-Moorbrink konnte in beiden Jahren nicht beobachtet werden. Durch vom Ordungsamt des Amtes Lützow-Lübstorf angebrachte Warn-Hinweisschilder sind die Amphibienverluste in den letzten Jahren verringert worden.

Im Winter 2009 wurde am 30.01.09 zusammen mit Herrn Rieckhoff das Südufer des Gewässers Nr.32 von Grauweiden befreit, die zu einer starken Beschattung des Gewässers geführt hatten. Dies wurde zuvor mit der unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Nordwestmecklenburg und dem Bewirtschafter der angrenzenden Ackerflächen abgestimmt.

Bereits im Frühjahr 2009 waren wieder 2 Rotbauchunken-Rufer zu hören. In dem Jahr und im Folgejahr war allerdings auch der Wasserstand wieder deutlich höher als in den Vorjahren, weil eine Drainageleitung verstopft war.

 Maßnahmevorschläge haben sich nicht verändert.

 Nils Meyer, Pingelshagen, den 11. Juni 2011
 

zurück

Start   Fauna   Flora   Habitat   Presse   Informationen   Klein Trebbow

+ nach oben +